Bericht vom EAACI-Kongress 2020

Bericht vom EAACI-Kongress 2020

Atopische Dermatitis ist auch eine Belastung für die Familienangehörigen von jugendlichen Patienten.

Barbarot und Kollegen präsentierten Daten einer weltweiten Querschnittsbefragung in 18 Ländern und fünf Regionen, bei der der Einfluss der atopischen Dermatitis (AD) auf Familienangehörige von betroffenen Jugendlichen (n = 3.078; 12- bis < 18-Jährige) untersucht wurde. Im Fokus der Befragung standen die Dauer, die für die Betreuung aufgewendet werden musste, sowie der AD-bedingte Arbeitsausfall. Weiterhin wurden Aspekte berücksichtigt, die Alltags- und soziale Aktivitäten, emotionalen Stress, Schlaf und Finanzen betreffen. In allen Ländern war der Anteil stark belasteter Familienangehöriger geringer, wenn die Jugendlichen eine moderate AD im Vergleich zu einer schweren Form aufwiesen. Umso stärker die Jugendlichen von der AD betroffen waren, umso höher war auch die Belastung der Angehörigen. Zudem nahm die durchschnittliche Zeit, die Eltern für die Betreuung ihres Kindes aufgrund der AD aufgewendet hatten, mit dem Schweregrad der Erkrankung zu. Die meisten erwerbstätigen/selbständigen Eltern der Betroffenen gaben an, in den letzten vier Wochen mehr als einen Arbeitstag versäumt zu haben (Abbildung 8). So verdeutlichten die Ergebnisse, dass die AD alle Domänen des Familienlebens beeinträchtigen kann. Um die Lebensqualität zu verbessern, ist es daher wichtig, die ganze Familie in Behandlungsentscheidungen einzubeziehen, folgerten die Autoren.

Abbildung 8: Mittlere Betreuungsdauer (links) und Arbeitsausfall (rechts) in Abhängigkeit vom Schweregrad der AD; modifiziert nach [1].

1) Barbarot S et al., Poster EAACI 2020